Vorbereitung 2007

Saisonauftakt 2007, Phönix aus der Asche.

Nach dem unerfreulichen Abgang beim Biketoberfest , kleiner Ausrutscher Ende der
Gegengeraden beim Anbremsen auf schlüpfrigem Geläuf mit akkurater pyrotechnischer
Vorführung im Kiesbett, konnte ich die japanische Doppelhaubitze, mit vielen guten Worten,
größeren Investionen und schweißtreibender Fleißarbeit, überreden sich einer weiteren Rennsaison zu stellen.

Der „brandgefährliche Carbontank“, zumindest sieht es das neue „Sound of Thunder“-Reglement so, musste allerdings dem schnöden originalen Blechtank weichen. Es dürfen in Zukunft nur noch Motorräder, die serienmäßig einen Kunststoff/ Carbontank haben bei „SOT-Rennen“ abfackeln, z.B. die RSV Mille. Auch die nachgekauften z.B. von Ducati Performance sind offiziell zur Verbrennung freigegeben.
Mein selbstgefertigter Tank, der deutlich kräftiger dimensioniert war als die meisten mir bekannten käuflichen Carbontanks und zusätzliche Crashpads im gefährdeten Bereich hatte,
darf nach derzeitigem Stand nicht mehr verwendet werden.
Also muß ich wohl oder übel die 3,5 kg Mehrgewicht mit mir rumfahren oder einfach weniger
essen oder mehr Sport treiben. 1kg habe ich dank Fitness-Studio, Radfahren und Schwimmen gegenüber dem letztjährigen Saisonauftakt schon geholt.

Durch den Einsatz des Serientanks musste ich auch die Eigenbau-Airbox etwas verkleinern, da mein Carbontank an der Unterseite, zu Gunsten einer größeren Airbox, deutlich von der Originalform abwich.
Offensichtlich hat dieser Eingriff aber keinen wahrnehmbaren Einfluss auf die Leistungs-entfaltung des Aggregats, da selbst die kleinere Airbox immer noch doppelt so groß ist wie der alberne Serienkasten.
Die Vergrößerung der Box und der Austausch der beiden Luftfilterpatronen durch ein einfaches Filterfliess (Aquarium-Filter-Equipment) im Ansaugkanal hat damals übrigens fast 5 PS an Mehrleistung im oberen Drehzahlbereich gebracht, die dadurch bedingte Abmagerung mit entsprechendem Leistungsverlust im unteren Drehzahl konnte durch die entsprechende Abstimmung des Power-Commanders kompensiert werden

So jetzt zum Wesentlichen:
Am Samstag den 21.04.07 konnte ich in diesem Jahr wieder auf die Piste, ausgewählt wurde meine Heimstrecke Oscherleben, Veranstalter war Plüss, war übrigens gut organisiert.
Ich ging allerdings erst gegen 11.00 auf die Strecke, weil es nach Nachtfrost dauerte bis die Piste halbwegs warm wurde, ausserdem soll ich gemäß den Anweisungen meines Hausarztes den längeren Aufenthalt in einem Umfeld mit Rheuma verursachende Temperaturen altersbedingt vermeiden.
Der erste Turn war noch mit Startschwierigkeiten verbunden und dauerte auch nur drei
Runden, weil irgendein schlampiger Mechaniker, komisch, ich hab doch gar keinen, das Schaltgestänge nicht regelgerecht gekontert hatte.
Gottseidank ließ sich dieser Schaden ohne Materialverlust in kürzester Zeit beseitigen.

Im zweiten Turn lief es dann schon deutlich besser und ich konnte mich trotz Winterrost und
zahlreichen Hindernissfahrzeugen auf der Strecke gelegentlich der 1.40’er Marke nähern.
Im dritten Turn waren dann schon 1.39,5 im vierten 1.38,5.
Daraufhin war ich so zufrieden, dass ich mich entschloss den Rest des Tages halbnackt auf der Tribüne zu entspannen, um während des Sonnenbades das Treiben der anderen Teilnehmer zu begutachten. Dies war relativ interessant und aufschlussreich, da sich auch zahlreiche IDM- Starter unter den Trainierenden befanden.
H. Meklau und H. Bauer gelangen respektable 1.29’er Zeiten mit ihren brandneuen Arbeitsgeräten.

Am Sonntag, wiederum bei bester Witterung und deutlich höheren Temperaturen konnte
ich dann meine Rundenzeiten im Bereich niedriger 1.38’er Zeiten, trotz Behinderungen und
nicht mehr ganz frischen Reifen, entspannt stabilisieren.
Dies stimmt mich für die Rennsaison sehr zuversichtlich, da ich erfahrungsgemäß unter
Gefechtsbedingungen, also im offiziellen Zeitraining der „Sound of Thunder“ immer
anderthalb bis zwei Sekunden schneller fahren kann, als wenn es nur ums Testen und Trainieren geht.
Bis zum Rennen am Schleizer Dreieck am 12./13.05 werde ich noch einige kosmetische Maßnahmen vornehmen, die Carbon-Sitzbank, die ich in Oschersleben verwendete, hat auch schon bessere Tage gesehen und vor allem die Aufkleber des Händlers (TT-Motorräder) meines Vertrauens müssen unbedingt werbewirksam an die Verschalung.
Desweiteren habe ich noch eine 19’er PT-Radial-Bremspumpe erstanden, die ich anstelle meiner LUCAS-Radialpumpe montieren will, mit deren Handling ich wegen meiner kurzen Finger bzw. deren Druckpunkt nie so ganz zufrieden war.
Da ich seit Mitte letzten Jahres eine PT-Radial-Kupplungspumpe verwende, die mir hinsichtlich Dosierung und Leichtgängigkeit hervorrangend gefällt, auch der Klapphebel hat sich bereits bewährt, ist dieser Schritt auch aus optischen Gründen eine Steigerung.
Über die Erkenntnisse aus dieser Maßnahme werde dann nach Schleiz berichten.